Algen versorgten australischen Meeresbiologen für 14 Tage mit Sauerstoff

Das BioSub Projekt

Algen versorgten australischen Meeresbiologen für 14 Tage mit Sauerstoff.


Albury, Australien (17.04.2007) - Der australische Meeresbiologe Lloyd Godson lebte 14 Tagen auf dem Grund eines Süßwassersees in Australien. Seine Behausung war eine aus zwei Abfallkontainern zusammengeschweißte Unterwasserwohnung. Die einzige Sauerstoffversorgung in dem abgeschlossenen System waren Algen, die durch Photosynthese zwei wichtige Aufgaben übernehmen. Sauerstoff zu produzieren und Kohlendioxyd abzubauen.

Das Biosub Projekt des Australiers Lloyd Godson klingt verrückt, dennoch hat er mit dieser Idee im Jahre 2005 den Preis des Australian Geographic “Live Your Dream” (Lebe deinen Traum) gewonnen. Lloyd setzte sich mit seinem Projekt gegen 150 Mitbewerbern durch. Die Idee Unterwasser mit Hilfe von sauerstoffproduzierenden Algen überleben zu können, überzeugte die Jury.

Biosub wird im Pit versenktDie BioSub wird in "The Pit" Versenkt
Mit 50.000 Australischen Dollars Preisgeld machte sich Lloyd in den letzten Jahren daran sein Projekt zu realisieren. Aus zwei zusammengeschweißten Abfallkontainern wurde eine Unterasserbehausung gebaut. Liebevoll gab er seinem neuen Zuhause den Namen "Rusty". Ende März 2007 wurde Rusty in "The Pit", dem einzigen Süßwassersee Australiens abgesenkt, in welchem Sporttauchen erlaubt ist.

Hunderte von Besuchern haben Lloyd seit dem 05.04.2007 in seiner Unterwasserbehausung besucht. Vor allem die Kinder bombardieren ihn mit unzähligen Fragen, so dass es Lloyd zu keinem Zeitpunkt langweilig Unterwasser war. Neben den täglichen Fragen der Besucher und der Medien wurden auch einige Verbesserungen am System gemacht. So wurde ein weiterer Ventilator eingebaut und für mehr Licht für die Photosynthese gesorgt.

„Die 14 Tage unter Wasser waren nie langweilig. Nur selten kam ich dazu auf den mitgebrachten DVD-Player einen Film anzusehen“. Konnte von Lloyd erfahren werden. „Die vielen Besucher am See und im Internet gestalteten meinen Aufenthalt im BioSub recht abwechslungsreich. Und dann kam auch Elizabeth fast täglich an meinem Beobachtungsfenster vorbeigeschwommen.“ Bei Elizabeth handelt es sich um eine Wasserschildkröte, die am Bodenfester der BioSub täglich vorbeischaute. Sie schien sehr neugierig zu sein und hielt sich recht lange bei Lloyd am Fenster auf.

Lloyd Godson hat es geschafft.Das BioSub
Um in einem abgeschlossenen System wie dem BioSub ohne zusätzliche künstliche Sauerstoffversorgung überleben zu können muss auf Biomasse zurückgegriffen werden. Pflanzen produzieren aus Kohlendioxyd (CO2) Sauerstoff (O2), dieser wird vom Menschen wieder in CO2 umgewandelt. Dieser Kreislauf ist für das Leben auf der Erde der wichtigste Baustein.

Seit dem Jahre 1988 versuchte sich die NASA an einem ähnlichen Projekt, dem Biomass Production System. Die Nasa versuchte in einem abgeschlossenen Raum mit einer Fläche von 20 m2 Pflanzen zu züchten. Dieser Ansatz dient der Grundlagenforschung zu autarken Lebenserhaltungssystemen, welche für längere Raumflüge benötigt werden. Nachfolger dieses im Jahre 1988 entwickelten Biomass Production Systems wurden bereits mit Erfolg auf der ISS als Forschungslabor eingesetzt. Das NASA Projekt sah bisher jedoch nicht vor, dass Menschen in dem Biomass Production System überleben. Lloyd Godson möchte dies mit seinem Projekt beweisen.

Die Biocoil.BioCoil: Das Lebenserhaltungssystem
Das Lebenserhaltungssystem von Lloyd Godson ist anders und wie sich in den letzten beiden Wochen gezeigt hat auch Praxis erprobt. In der Biosub Unterwasserbehausung wird ein kleines kompaktes System mit Algen eingesetzt. Die Algen wandeln durch Photosynthese Kohlendioxyd in Sauerstoff um. Im Gegensatz zum NASA Projekt wird nur eine kleine Fläche von dieser Algenanlage verbraucht. Sechs Studenten von der amerikanischen Universität von Idaho bauten die sogenannte Biocoil und füllten diese mit den extra für Lloyd gezüchteten Algen.

Zur Stromversorgung setzt der Australier ein umgebautes Trim-Dich-Rad ein. Ebenfalls im Einsatz befindet sich eine neuartige Brennstoffzelle, die bis zu 1.2 kW / Tag erzeugen kann. Sein Trinkwasser gewinnt Lloyd über ein Kaffeemaschinen ähnliches Gerät, welches der Umgebungsluft die Luftfeuchtigkeit entzieht und daraus Trinkwasser erzeugt.

Am Mittwoch den 18.04.2007 endete das Projekt. Lloyd freute sich darauf wieder unter Menschen und seine Freundin umarmen zu können.

Das BioSub Projekt war ein voller Erfolg.

Alle Fotos wurde von Carolina Sarasiti und Lloyd Godson erstellt. Das 3D-Model der Biosub stammt von Jonothan Whittlesea. Mit freundlicher Genehmigung von Lloyd Godson.















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