Der Club der privaten Unterwasserarchäologen

Southern Ocean Exploration

Der Club der privaten Unterwasserarchäologen findet die SS Alert


SS AlertSS Alert
Melbourne, Australien (28.06.2007) - Die "Southern Ocean Exploration" findet das Wrack der vor 113 Jahren gesunkenen SS Alert. Die Hobby Archäologen haben es sich zum Ziel gesetzt das wiederzufinden, was unentdeckt auf dem Grund des Meeres liegt. Oberste Regel der Mitglieder ist es die Prinzipen der UNESCO über Unterwasser-Kulturgüter zu achten.

Am Anfang Juni haben die Taucher der "Southern Ocean Exploration" das Wrack des Frachtschiffes SS Alert in einer Wassertiefe von 80 Metern entdeckt. Der Taucher Mark Ryan und anderen Hobby Archäologen haben mehrere Jahre damit verbracht das Wrack zu entdecken.

Die SS Alert sank am 28. Dezember 1893 in stürmischer See. Fünfzehn Besatzungsmitglieder verloren dabei ihr Leben. Ein Seemann, Robert Ponting, konnte sich retten und trieb über 16 Stunden an eine Kabinentür geklammert im offenen Meer bis er an Land gespült wurde. Am kommenden Morgen wurde der Schiffbrüchige bewusstlos von vier jungen Frauen halb versuncken im Sand gefunden. Die Damen schützten den Verletzten mit Ihren Schirmen und Mänteln bis ein Mann, Austin Stanton, mit seinem Bernardinerhund, Victor Hugo, hinzukam und erste Hilfe leistete. Der Hund legte sich zu dem Verletzten und hielt ihn warm bis weitere Unterstützung kam.

Robert Ponting wurde ungefähr 15 Kilometer entfernt von der Stelle gefunden wo die SS Alert gesunken war. Seit über 100 Jahren war der genaue Liegeplatz des Wracks nicht bekannt.

Heck der SS AlertHeck der SS Alert
"Die SS Alert liegt in 80 Metern Tiefe. Dort ist es die meiste Zeit sehr dunkel," sagte Mark Ryan, einer der ersten, die das Wrack nach über einem Jahrhundert wieder zu Gesicht bekamen. "Wir konnten unter Wasser nur das sehen, was unsere Lampen erleuchteten. Was wir dann sahen war beeindruckend. Es war einfach FANTASTISCH nach 113 Jahren der erste Mensch zu sein, der die Alert wieder sah. Das Schiff ist in einem sehr guten Zustand und sitzt aufrecht auf dem Seeboden. Sowohl das Heck als auch der Bug sind in einem gutem Zustand. Wir hatten eigentlich erwartet, dass das Schiff auseinandergebrochen wäre."

Im Gegensatz zu einigen Amerikanischen Schatzsuchern, die unter den Deckmantel der Archäologie die Schätze unter Wasser plündern und gewinnbringend verkaufen, geben die Mitglieder der "Southern Ocean Exploration" die Informationen über Ihren Fund an staatliche Stellen weiter. Eine wichtige Regel ist, dass keine Gegenstände von den Fundorten entfernt werden.

"Alle Kosten der Suche werden von unseren Mitgliedern getragen. Wir sind eine nicht profitorientierte Vereinigung". Sagte Mark Ryan. Für die Suche werden Boote von den Eignern gestellt. Der Treibstoff wird von den Tauchern gezahlt. "Letztes Jahr haben wir den Heritage Council Award gewonnen. Die 2500 australische Dollar Preisgeld hat es uns ermöglicht ein Side Scan Sonar zu kaufen."

Die meisten Mitglieder der "Southern Ocean Exploration" sind ebenfalls Mitglieder der "Maritime Archaeology Association of Victoria", einer anerkannten Gesellschaft, die Wissenschaftlern und auch Freizeittauchern das Wissen der Archäologie zum Gebrauch unter Wasser beibringt.

Gemälde der SS AlertGemälde der SS Alert
"Wir arbeiten meist an mehreren Projekten, je nachdem welche Informationen unsere Mitglieder zusammentragen. Die Suche nach der SS Alert dauerte vier Jahre da wir alle berufstätig sind und nicht unsere gesamte Freizeit für unser Hobby opfern können", sagte Rayn. "Die Suche auf dem Meer begann bereits zwölf Monate vor dem Fund. Wir suchten mit einem Magnetometer systematisch die Gegend ab, die wir aus den alten Unterlagen identifiziert haben."

Die Mitglieder Peter Taylor und Mick Whitmore verbrachten Tage in einem nur sechs Meter langen Boot und suchten anhand der mit dem Magnetometer gewonnen Informationen gezielt an mehreren Stellen nach der SS Alert. Mit dem Side Scan Sonar und dem im Boot eingebauten Sonar lokalisierten die Beiden den genauen Standpunkt des Wracks.

"Wir haben aus Erfahrung gelernt, dass wir während der Suche kein Tauchequipment mit auf den Booten mitnehmen. Es verbraucht einfach zuviel Platz. Auf Grund des schlechten Wetters dauerte es noch weitere zwei Wochen, bis wir den ersten Tauchgang durchführen konnten." Sagte Mark Ryan.

Bereits 10 Tage nach dem Fund und der Meldung an die Heritage Victoria Society wurde bekannt, dass die Regierung das Wrack unter den höchsten Schutz stellen will.

"Ich möchte dem Team der Southern Ocean Exploration, einer Gruppe von Freiwilligen, für Ihren hervorragenden Fund danken. Dies ist ein weiterer Beitrag an unser maritimes Kulturerbe". Sagte der Planungsminister Justin Madden.

"Die Alert und ihre vielen Relikte werden nun vollständig erforscht und dokumentiert. Obwohl das Wrack tiefer als 70 Meter liegt und nur von technischen Tauchern betaucht werden kann, benötigen wir einen Schutz dieses Wracks". Sagte der Minister.

Mick Whitmore & Peter TaylorMick Whitmore & Peter Taylor
Durch den Schutz der Regierung ist es nun nicht mehr erlaubt die Ruhe des Schiffswracks zu stören, es zu beschädigen und Gegenstände zu entfernen. Die Strafen belaufen sich auf bis zu 10.000 $ und Gefängnisstrafen für Einzelpersonen und bis zu 50.000 $ für Firmen.

Das Team der "Southern Ocean Exploration" hat eindrucksvoll gezeigt, das private Unterwasserarchäologie zum Erhalt und Schutz unserer Kulturgüter unter dem Meeresspiegel beitragen kann.

Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung der Southern Ocean Exploration.



















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