Pedition für die Freiheit von Flipper

Delfinarien in der Kritik

Pedition für die Freiheit von Flipper

Tümmler beim Syncronspringen im Delfinarium (foto: Pro Wildlife 2008)Tümmler beim Syncronspringen im Delfinarium (foto: Pro Wildlife 2008)
München, Deutschland (31.07.2008) - Artenschützer starten Petition gegen Delfinimporte in die EU. Über 300 Delfine wurden in den letzten 30 Jahren für europäische Vergnügungsparks importiert. Doch damit soll jetzt Schluss ein. Mit einer Petition fordern die Artenschutzverbände Pro Wildlife, Ocean Care und WDCS die EU und die Schweiz auf, keine Delfin-Einfuhren mehr zu genehmigen. "Die Haltungsbedingungen sind meist katastrophal, viele Tiere sterben frühzeitig", sagt Dr. Sandra Altherr von Pro Wildlife. "Wer Delfine liebt, sollte sich gegen ihre grausame Haltung in Gefangenschaft einsetzen."
Spanien, die Schweiz, Deutschland und Portugal importieren die meisten Delfine. Vor allem Große Tümmler sind die Stars in Delfinarien, die jährlich Millionen Menschen aus aller Welt anlocken. Doch die wenigsten Besucher wissen, welch grausame Haltung sie mit ihrem Eintritt mitfinanzieren.



Lebenslange Tierquälerei

Frei lebende Delfine sind schnelle, ausdauernde Schwimmer, in Gefangenschaft verkümmern sie: „Eingesperrt in kleine Betonbecken sind die bewegungsfreudigen Tiere gezwungen, lebenslang eintönige Kreise zu ziehen“, so Altherr. „Sie verstummen, weil sie ihr Echolot zwischen den Betonwänden nicht einsetzen können.“ Werden Delfine artwidrig gehalten, attackieren sie sich oft gegenseitig.

Handel mit Wildfängen – ein lukratives Geschäft

Da die Sterblichkeit der Delfine in Gefangenschaft hoch ist und nur sehr wenige Nachzuchten überleben, importieren viele EU-Länder nach wie vor Wildfänge. Die Tiere werden gewaltsam ihren Gruppen entrissen. Allein bei Fang, Transport und während der ersten Monate in Gefangenschaft stirbt die Hälfte der Meeressäuger. Von 1975 bis 2007 wurden mindestens 262 Wildfänge Großer Tümmler für Delfinarien in die EU eingeführt, 52 weitere Tiere gingen in die Schweiz. Die Delfine stammen vor allem aus Kuba und den USA; Hauptabnahmeländer in der EU sind Spanien (98), Deutschland (38) und Portugal (34). Doch das Geschäft boomt: Bis zu 65.000 Euro werden für einen Großen Tümmler gezahlt. Zwar sind nach EU-Recht Delfine streng geschützt, doch für Zoos und Bildungszwecke gibt es Ausnahmen. Zunehmend versuchen Delfinarien auch für Delfintherapien Tiere zu kaufen, obwohl diese Methode in der Kritik steht.

Tümmler beim Hochsprung im Delfinarium (foto: Pro Wildlife 2008)Tümmler beim Hochsprung im Delfinarium (foto: Pro Wildlife 2008)
Deutschlands traurige Rolle

In Deutschland werden Delfine in den Zoos von Nürnberg, Duisburg und Münster gehalten – ein viertes Delfinarium im Heidepark Soltau schließt im Herbst die Tore, weil die neuen Besitzer eine artgerechte Haltung von Delfinen in Gefangenschaft nicht für möglich halten. „Erschreckend ist die Bilanz des Nürnberger Delfinariums: In 26 Jahren starben hier 33 Tiere – und jetzt will der Zoo das Delfinarium sogar ausbauen“, kritisiert Altherr. Investoren planen zudem ein Delfinarium auf Rügen, um den Tourismus anzukurbeln. Dabei ist die Haltung von Delfinen auf dem Rückzug: Alle ehemals 30 Delfinarien in England wurden geschlossen, in der Schweiz gibt es nur noch eins, im EU-Beitrittskandidaten Kroatien wurde der Neubau eines Delfinariums gestoppt.

Bürger zum Protest aufgerufen

Unter www.prowildlife.de ist die Delfin-Petition an die EU und die Schweiz als Download erhältlich. Die Organisationen Pro Wildlife, Oceancare und WDCS rufen Bürger in Deutschland, der Schweiz, England und Österreich auf, die Eingabe zu unterschreiben. Die Petition läuft noch bis Ende des Jahres.




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