Dräger Sättigungstauchen

Tieftauchanlage von Dräger im Tauchbasisschiff Bibby Topaz

Das Comeback des Sättigungstauchens

Blick auf die Unterwasser-Simulationsanlage "Gusi"Blick auf die Unterwasser-Simulationsanlage "Gusi"
Luebeck, Deutschland (04.08.2008) - Bereits vor 20 Jahren haben die meisten Taucher und Explorationsfirmen das so genannte Sättigungstauchen aufgegeben. Man glaubte damals, die Arbeiten in großen Meerestiefen zur Erschließung und Förderung von Rohstoffen in der Erdkruste mit Unterwasserrobotern erledigen zu können. Damit schien auch eine große Ära für das Drägerwerk, einem wichtigen Know-how-Träger in der bemannten Tieftauchtechnik, zu Ende zu gehen. Heute feiert diese Tauchtechnologie ein Comeback, und die Fachleute des Unternehmensbereichs Safety von der Firma Dräger, die auf eine langjährige Erfahrung des Unternehmens auf diesem Gebiet zurückgreifen können, sind wieder gefordert.

Über die norwegische Tochtergesellschaft Draeger Safety Norge hat Dräger im Jahre 2006 einen Auftrag über die Projektierung, Planung, Konstruktion und Lieferung eines kompletten Tieftauchsystems inklusive der umfangreichen Sicherheitseinrichtungen und Atemgaslogistik für ein norwegisches Taucherbasisschiff der Offshore-Industrie erhalten. Mittlererweile ist die Anlage bereits seit einiger Zeit erfolgreich im Einsatz.



Dieses Sättigungstauchsystem, dessen vier Druckkammern bis zu 18 Tauchern Platz bietet, wurde im Rumpf des 107 Meter langen Schiffneubaus "Bibby Topaz" installiert. Von hier aus werden die Taucher mit zwei ebenfalls zum Auftragsumfang gehörende Tauchkugeln zu ihren Einsatzorten auf dem Meeresgrund hinab gelassen, um dort Montage-, Wartungs- und Revisionsarbeiten an nterwasserstrukturen, wie zum Beispiel, Pipelines oder Explorationspunkten, durchzuführen. Konstruiert wird das Schiff, das außerdem Unterbringungsmöglichkeiten für 106 Personen bietet, in Norwegen.

Sättigungstauchen

Die Taucheinsätze können in Meerestiefen von bis zu 300 Metern stattfinden. Daher müssen die Taucher sich während des oft wochenlangen Tauchganges in einem Kammersystem an Bord des Schiffes unter den dort herrschenden Druckverhältnissen aufhalten. Bevor sie sich in die vorgesehene Tiefe begeben können, werden sie in einer der Kammern (Kammer 1) innerhalb von zwei Tagen diesem Druck angepasst, um sich dann in eine der beiden nächsten Kammern (Kammer 2 oder 3), die über einen Wohn- und Schlafbereich verfügen, zu begeben. Während der folgenden 21 Tage ist das der Aufenthaltsort für die Taucher während der Pausen und Ruhephasen. Eine Tauchkugel bringt die Taucher wie ein Fahrstuhl an ihren Arbeitsort unter Wasser und wieder zurück zu der Tieftauchanlage im Rumpf des Schiffes. Nach 21 Tagen Arbeitszeit werden die Taucher im Rahmen der Dekompression innerhalb von fünf bis sechs Tagen in der Kammer 1 wieder dem Normaldruc angepasst. Anschließend können sie das System verlassen.

Weil sich unter diesen Bedingungen das Körpergewebe der Taucher vollständig mit dem Atemgas sättigt, spricht man vom Sättigungstauchen. Doppelte Auslegung des Systems Da die Tieftauchanlage über zwei Wohnund Schlafkammern (Kammern 2 und 3) verfügt, können gleichzeitig zwei Teams von bis zu sechs Tauchern eingesetzt werden, während in der Kammer 1 bis zu sechs Personen ein- bzw. ausgeschleust werden können. Kammer 4/5 dient dem Transfer zu den Tauchkugeln und beherbergt gleichzeitig den Sanitärbereich. Der Lieferumfang umfasst u. a. auch die Steuerung der gesamten Anlage, ein Gaselager sowie die Sättigungstauchkontroll und Rettungssysteme. Dazu gehört auch ein an das Druckkammersystem angeschlossenes hyperbares Lifeboat (seegängiges und navigierbares Rettungsboot mit integrierter Druckkammer) für die eventuell notwendig werdende Evakuierung der Tauchmannschaft.

90 Jahre Erfahrung in der Offshore-Technik

Im Rahmen der Exploration von Rohstoffen im Offshore-Bereich kann Dräger auf eine über neunzigjährige Erfahrung in der Projektierung, Konstruktion und Fertigung von Sättigungstauchsystemen zurückblicken. Den ersten Tieftauchsimulator hatte das Unternehmen bereits im Jahr 1913 entwickelt. Damit konnten grundlegende Erkenntnisse über das Tieftauchen gewonnen werden, die heute noch Gültigkeit besitzen. Meilensteine waren in den achtziger Jahren die Tieftauchsimulationsanlagen "GUSI" und "Titan" für die wissenschaftliche Forschung in der Meeres- und Weltraumtechnik sowie die Tieftauchanlagen für die Versorgungsplattformen "Safe Karinia" und "Safe Regalia".

Bei der Auftrag war einer der größten Einzelaufträge, den der Unternehmensbereich Dräger Safety bisher erhalten hat. Ein Indiz dafür, dass die Wahrnehmung von Dräger als kundengruppenorientiertes Unternehmen, das auch in Projektgeschäften auf den Kunden zugeschnittene Lösungen realisiert, wächst. Weitere maßgeschneiderte Systemlösungen von Dräger sind, z. B. Werkstatt-, Trainings-, Atemgasmanagement-, Tauch-, Rettungs- und Heißtrainingssysteme sowie Tunnelrettungszüge.

Burkard Dillig
Drägerwerk AG














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