Whale Watching in Ecuador

Wale schaffen kleines Wirtschaftswunder

Whale Watching in Ecuador - Wale schaffen kleines Wirtschaftswunder


Whale Watching in EcuadorBuckelwal
Frankfurt (26.07.2007) - Erst kamen die Buckelwale, dann die Besucher: Im ecuadorianischen Fischerdorf Puerto López boomt der Wal-Tourismus dank der bis zu 30 Tonnen schweren Meeressäuger. Die Besucher-Attraktion sorgt für sozialen Wandel. Aus Hausfrauen und Fischern wurden Tourismus-Profis. Zudem schützt der südamerikanische Staat die Tiere seit diesem Jahr mit einem „nationalen Pass“ vor der Jagd in der Antarktis.

Wale haben im ecuadorianischen Fischerdorf Puerto López ein kleines Wirtschaftswunder geschaffen. Immer mehr Besucher kommen dorthin, um in den Sommermonaten die riesigen Meeressäuger zu beobachten. Innerhalb von nur zehn Jahren entwickelte sich der Tourismus in der Gegend an der Pazifikküste zur absoluten Boom-Branche.

Laut dem Leiter der lokalen Tourismus-Behörde, Pedro Falconí, werden in dem Ort und der umliegenden Region mit insgesamt rund 19.000 Einwohnern in diesem Jahr bereits rund 50.000 Besucher erwartet. Mittlerweile existieren in Puerto López 37 Unterkünfte wie Hotels, Hostels und Holzhütten, mit einer Gesamtkapazität von rund 1.500 Gästen. Im Jahr 2006 wurden im Kanton Puerto López nach Angaben des ecuadorianischen Tourismusministeriums 3,8 Millionen Dollar im Tourismus umgesetzt.

Der neue und erfolgreiche Wirtschaftszweig läutete in dem Ort auch einen sozialen Wandel ein. „Unser Leben hat sich verändert, seit wir die Wale entdeckten“, sagt Martha Paz, die vor einem Jahr ein kleines Restaurant am Kai von Puerto López eröffnete. Vor zehn Jahren seien die Frauen dort nur mit Kindererziehung und Hausarbeit beschäftigt gewesen, erinnert sie sich. „Hier gab es keine Frauen, die arbeiteten, die meisten heirateten sehr früh, kümmerten sich um ihre Kinder und warteten bis ihre Männer vom Fischen nach Hause kamen“, sagt auch Cristina Castro, die Forschungsdirektorin der Pacific Whale Foundation.

Whale Watching in EcuadorSchwanzflosse eines Buckelwals
Heute liegen die Dinge in dem ecuadorianischen Kanton in der Provinz Manabí anders. Aus Hausfrauen und Fischern wurden Tourismus-Profis. „Die Wale haben den Menschen die Möglichkeit gegeben, dass sie sich weiterbilden und beruflich qualifizieren“, sagt Castro. In eigens geschaffenen Studienzentren absolvieren die Bürger von Puerto López Ausbildungen in den Bereichen Gastronomie und Ökotourismus. Fremdenführer Julio bringt die Entwicklung auf den Punkt: „Die Evolution im Tourismus in unserer Region geht von der Walbeobachtung aus. Jetzt wissen die Menschen, wie man mit Touristen umgeht.“

Walsaison ist in Puerto López aber nur von Juni bis September. In dieser Zeit tummeln sich rund 4.000 Buckelwale an der ecuadorianischen Pazifikküste. Die Meereskolosse reisen rund 7.000 Kilometer aus der Antarktis an, um in Ecuador ihre Paarungsrituale zu vollführen und ihre Jungen zur Welt zu bringen. Bei Bootsausflügen können Touristen die bis zu 17 Meter langen und 30 Tonnen schweren Tiere aus nächster Nähe beobachten, beispielsweise wenn sie bei Sprüngen aus dem Wasser ihre gewaltige Größe zeigen. Dabei werden ihre ecuadorianischen Gastgeber immer wieder Zeugen von großen Emotionen. „Ich habe schon Touristen weinen sehen, wenn sie einen Wal neben dem Boot springen sahen“, sagt Polo Parrales, ein früherer Fischer.

Dem ecuadorianischen Staat liegt viel daran, das beeindruckende Naturschauspiel an seiner Pazifikküste zu erhalten. Mit einem „nationalen Pass“ sollen die weit wandernden Wale seit diesem Jahr vor der Jagd in japanischen Hoheitsgewässern geschützt werden, erklärt Wal-Forscherin Castro. „Im Gegensatz zu Japan beobachten wir die Wale und kümmern uns um sie“, sagt sie. Die riesigen Tiere werden anhand ihrer jeweils einzigartigen Schwanzflosse identifiziert und mit Fotos registriert. „Es gibt keine zwei Gleichen auf der ganzen Welt“, sagt Castro. Die Ecuadorianer befürchten, dass die Tiere trotz eines internationalen Schutzabkommens von japanischen Waljägern - angeblich zu wissenschaftlichen Zwecken - getötet werden. Im Mai hatte die Internationalen Walfang-Kommission einen Antrag Japans, den seit 1986 bestehenden Schutz der Wale aufzuheben, zurückgewiesen.



















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