Deutsches Mieneräumschiff ist neues Tauchziel auf Malta

Minenräumschiff P-29 der Kondor Klasse

Deutsches Mieneräumschiff ist neues Tauchziel auf Malta


Dt. Minenräumer P-29Dt. Minenräumer P-29
foto: Rob Weustink
Cirkewwa, Malta (07.09.2007) - Das ostdeutsche Minenräumschiff P-29 wurde nach der Wiedervereinigung nach Malta verkauft. Dort waren die P-29, wie auch Ihr Schwesterschiff die P-31 über zwölf Jahre als Patrouillenboote im Einsatz. Nachdem die beiden Schiffe dieses Jahr außer Betrieb genommen wurden. Beide Schiffe wurden von der Maltesischen Tourismus Agentur (MTA) erworben und sollen zukünftig als Wracks für Tauchausflüge dienen.

Am 14. August dieses Jahres war es soweit. Der ausgemusterte Mienenräumer aus den früheren DDR beständen wurde gegen 14:00 Uhr Ortszeit in der Nähe von Cirkewwa versenkt. Das 52 Meter lange und über 7 Meter breite Schiff liegt nun in einer Tiefe von 36 Metern auf sandigem Boden. Es ist von Land aus recht einfach zu erreichen. Das Antauchen zum Wrack dauert ungefähr fünf Minuten. Wer sich seine Luft für das Wrack sparen will, kann Überwasser zum Wrack schwimmen und dort abtauchen. Für das Schwimmen sollte man jedoch gute zehn Minuten einplanen.


Der Mienenräumer P-29 und das Schwesterschiff P-31 wurden von der ostdeutschen Werft Peenewerft Wolgast erbaut. Beide Schiffe gehören der Kondor II Klasse an und wurde vermutlich Anfang der 70’er Jahre des letzten Jahrhunderts erbaut. Das Schiff hatte eine Wasserverdrängung von 479 Tonnen bei einem Tiefgang von 2,50 Metern, dabei erreichte das Schiff eine Spitzengeschwindigkeit von 18 Knoten und beherbergte bis zu 30 Mann Besatzung.

Dt. Minenräumer P-29Blick zum Bug
foto: Rob Weustink
Das Schiff liegt gerade auf Grund. Bei dem Tauchgang befindet man sich meist auf einer Tiefe von durchschnittlich 25 – 30 Metern. Da es sich um ein neues Tauchgebiet handelt befindet sich auf dem Schiffskörper noch keinerlei Bewuchs. Dies ist ein Erlebnis welches man selten angeboten bekommt. Die klaren Gewässer um Malta laden jeden Unterwasserfotographen und Taucher ein dieses Wrack zu besichtigen.

Leider musste Simone Brinch-Iversen vom Maltaqua Tauchzentrum (www.maltaqua.com) bereits nach Tagen feststellen, dass Taucher begonnen haben Teile vom Schiff zu demontieren. Das Maltaqua Tauchzentrum ist einem dem VDST und dem Verband PADI angeschlossene Tauchschule mit über 30 Jahren Erfahrung und vielen Auszeichnungen. „Leider mussten wir in letzter Zeit feststellen, dass eine gewisse Anzahl von Teilen des Wrack verschwunden sind.“ Sagte Simone. Die PDSA, eine Vereinigung aller professionellen Tauchschulen auf Malta hat seine Mitglieder angewiesen Ihre Tauchgäste von der Mitnahme von Gegenständen abzuhalten. „Man sollte sich immer vor Augen halten dass dieses Schiff Eigentum der MTA ist. Das Entwenden von Gegenständen stellt einen Diebstahl dar.“ Sagte Simone Brinch-Iversen.


Das Maltaqua Tauchzentrum und die PDSA (Professional Diving Schools Association) versuchen seit Jahren den Druck auf die maltesische Regierung zu erhöhen, damit die Wracks vor der Küste von Malta besser vor der Plünderung und dem Speerfischen geschützt werden. Die neuersten EU Regelungen verbieten das Speerfischen mit Lungenautomaten in EU Mitgliedsstaaten (Council Regulation ECNo 19672006). Die maltesische Regierung scheint diese Regulierung bisher nicht ernsthaft umgesetzt zu haben.





Aufbauten des deutschen Minenräumer P-29Aufbauten
foto: Rob Weustink
„Seit der Versenkung von den Schiffen Rozi bei Cirkewwa und der Um El nahm die Unterwasserflora und Fauna jedes Jahr zu. Mittlererweile sind diese Schiffe der Lebensraum für zahlreiche Fische geworden.“ Sagte Simone. „Leider zieht dies mittlerer Weile auch kleiner Fischerboote und Speerfischer an. Wir kämpfen für die strikte Einhaltung der EU Richtlinien und hoffen dass es von Seiten der Regierung zu schweren Strafen für diejenigen kommt, die an unseren Wracks fischen und diese plündern.“




























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