Bitterling Fisch des Jahres 2008

VDST und VSDF kühren Fisch des Jahres 2008 zusammen

Fischer und Taucher kühren zusammen den Fisch des Jahres 2008


BitterlingBitterling
Offenbach (03.12.2007) - Der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) hat erstmals gemeinsam mit dem Verband Deutscher Sportfischer (VDSF) und dem Österreichischen Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz (ÖKF) den Fisch des Jahres 2008 gewählt. Ebenfalls erstmalig hat sich an der gemeinsamen Aktion auch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) beteiligt. Mit der Wahl des Bitterlings soll auf dessen starken Rückgang in unseren heimischen Gewässsern, sowie auf die Zerstörung von flachen, langsam fließenden Gewässern aufmerksam gemacht werden.

Der Bitterling (Rhodeus amarus (Bloch, 1782)) ist ein bis zu 10 cm großer Fisch der häufig in kleineren Gruppen anzutreffen ist. Er hält sich überwiegend im Uferbereich kleiner langsam fließender Gewässer auf. Als kleiner Verwandter der Karpfen frisst er hauptsächlich Wasserpflanzen und zu einem geringeren Teil auch kleine Krebs- und Insektenlarven.


Im Frühjahr suchen die männlichen Fische nach Fluss- oder Teich-muscheln. Sobald sie passende gefunden haben, werden diese gegenüber allen anderen Fischen verteidigt. Innerhalb kurzer Zeit verwandeln sich dann die unauffällig Silber gefärbten Männchen in bunte Kleinfische, die Ausschau nach geschlechtsreifen Weibchen halten. Haben sie eins entdeckt, wird dieses zu den Muscheln gelockt. Dort legen die Weibchen dann mit einer langen Legeröhre einzelne Eier in den Kiemenraum der Muscheln ab. Die Befruchtung der Eier durch das Männchen findet dann im Anschluss statt. Insgesamt werden so bis zu 100 Eier auf mehrere Muscheln verteilt.

Bitterling Männchen zur LaichzeitBitterling Männchen zur Laichzeit
foto: wikipedia
Gelegentlich kommt es auch vor, dass Eier in Muscheln platziert werden, die bereits zuvor von anderen Bitterlingspärchen aufgesucht wurden. Im Inneren der Muschel entwickeln sich die Eier innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen, je nach Wassertemperatur. Geschützt vor Fressfeinden, werden sie in den Muscheln ständig mit frischen, sauerstoffhaltigem Wasser umspült.

Doch nicht nur die Bitterlinge profitieren von dieser sicheren Brutstätte. Die Muscheln bemerken die Anwesenheit der Fische und produzieren ebenfalls Nachwuchs. Über die Atemöffnung werden die kleinen Muschellarven ausgestoßen, die sich dann an den Bitterlingen festsetzen. Auf diesem Weg können die Muschellarven über weite Strecken transportiert werden, bevor sie sich wieder fallen lassen und zu großen Muscheln heranwachsen.

„Durch das Verschwinden der Fluss- und Teichmuscheln in vielen unseren heimischen Gewässern ist auch der Bitterling sehr selten geworden“, erklärt Dr. Ralph O. Schill, Fachbereichsleiter Umwelt und Wissenschaften im Verband Deutscher Sporttaucher e.V. (VDST). „Dies zeigt besonders deutlich, wie wichtig der Erhalt der Biodiversität in unseren Gewässern ist.“

´ Anmerkung der Redaktion: Der Bitterling wurde bereits im Jahre 1985 schon einmal von Verband der Deutschen Sportfischer e.V. zu Fisch des Jahres gewählt.
















Wir empfehlen
AT 175x115 TauschRausch

IMAX Filme

 Drei IMAX Filme [mehr...]
Suchbegriff eingeben:

Biologie
Grönlandhai
 Grönlandhai [mehr...]