Nachruf auf Hugh Bradner, den Erfinder des modernen Tauchanzuges

Erfinder des Neoprene Tauchanzuges

Nachruf auf Hugh Bradner, den Erfinder des modernen Tauchanzuges


Professor Hugh Bradner verstarb im Alter von 92 JahrenProfessor Hugh Bradner verstarb im Alter von 92 Jahren
Von Anni Reisewitz

San Diego, Vereinigte Staaten (17.05.2008) - Hugh Bradner, renommierter Physiker und Professor an dem Scripps Institut für Ozeanographie in San Diego verstarb am 05. Mai 2008 nach einer langanhaltenden Krankheit. Bradner’s wissenschaftliche Karriere beinhaltete die Lehre und auch die Erforschung der Ozeane. Während seiner langen Schaffensperiode entwickelte er viele beachtenswerte ozeanische Technologien. Darunter befindet sich auch der erste moderne Nasstauchanzug aus Neoprene.


Während seiner bemerkenswerten Karriere als Nuklearphysiker arbeitete Bradner am U.S. Naval Ordnance Laboratory in Washington D.C und am Lawrence Radiation Laboratroy in Berkeley. Er war ebenfalls Wissenschaftler der ersten Stunde am Los Alamos National Laboratory und wirkte am Manhattan Projekt mit. Hinter dem Manhattan Projekt verbirgt sich die Entwicklung und der Bau der ersten Atombombe während des zweiten Weltkrieges.



Seit 1961 lehrte Hugh Bradner als Professor am Scripps Institution of Oceanography, wo er eine lebenslange Passion für die Ozeane entwickelte. Er liebte es zu tauchen und zu segeln und gehörte zu einer der ersten Amerikaner, die einen Tiefseetauchgang unternahmen.

Im Jahre 1951 arbeitete er am UC Berkeley, wo er beschloss an Wochenenden die Tauchausrüstung der Navy Froschmänner zu verbessern. An diesen Wochenenden begannen seine bahnbrechenden Forschungen am modernen Nasstauchanzug aus Neoprene. Bradner fokussierte sich auf das Design des militärischen Kampfschwimmers und entwickelte einen aufgeschäumten Nasstauchanzug aus einem Material, welches im deutschen Sprachraum als Neoprene bekannt wurde.

Das Material Neoprene wurde im Jahre 1930 von Arnold Collins, im Team von Wallace Hume Carothers, u. a. zum ersten Mal Polychloropren unter wirtschaftlich günstigen Bedingungen im Emulsionsverfahren polymerisiert. Im Jahr 1932 brachte die US-amerikanische Firma DuPont das Polymer unter dem Namen Duprene, später, 1938 als Neoprene auf den Markt. Im geschäumten Neopren sind viele kleine Gasbläschen gleichmäßig verteilt, wodurch es hervorragende thermische Isoliereigenschaften besitzt. Diese Eigenschaft machte sich Hugh Bradner bei der Entwicklung seines Tauchanzuges zu Nutze. Einige Jahre später, im Jahre 1953 wurde seine Entwicklung von den Zwillingen Bob und Bill Meistrell in Kalifornien für den Breitensport angeboten.

„Hugh Bradner war ein abenteuerlicher Mensch und war viel auf Reisen“, sagte Walter Munk, Professor und Direktor der IGPP. „Er hat es geschaffte eine erfolgreiche Karriere mit seiner geophysikalischen Arbeit und seinen Abenteuern im Südpazifik zu verbinden.“

Bradner arbeitete mit wissenschaftlichen Tauchern des Scripps Institutes für Meeresforschung zusammen, als diese in den 50’er Jahren mit den neuen, von Jacques Cousteau und Emile Gagnan entwickelten Atemregler experimentierten. Während der am Scripps stattfindenden Tauchausbildung wurde der von Bradner entwickelte Nasstauchanzug das erste Mal im Pool des La Jolla Beach and Tennis Clubs getestet.

„Brad’s Neopreneanzug war ein enormer Beitrag für das wissenschaftliche Tauchen,“ sagte Professor James Stewart vom Scripps. „Er war ein herausragender Mensch und wir hatten immer viel Spaß bei der Arbeit.“

Obwohl er Zeit seines Lebens für diese Entwicklung geehrt wurde, Widerstrebte ihm die Aussage, dass er der einzige Entwickler des Nasstauchanzuges war. Er setzte die Zusammenarbeit mit der amerikanischen Navy fort, woraus weitere neuartige maritime Erfindungen hervorgingen. So entwickelte er die ersten Unterwasser-Kontaktlinsen, einen Einschlauch Automaten und ein Dekompressionsmessgerät. Auch erfand er ein Schlingensystem, mit dem die U.S. Navy SEALs von einem Schlauboot aus, aus dem Wasser gezogen werden konnten.

Viele wissenschaftliche Arbeiten in den Gebieten der Physik, der Seismologie der Geophysik und über das Tauchen wurden von Bradner veröffentlicht. Er wurde auch als Co-Autor zu einer Monographie über das Radulae der Porzellanschnecken. Mit Hilfe dieser Aktivitäten verstand er es seine wissenschaftliche Arbeit mit seinen privaten Interessen als Taucher zu vereinen.

Hugh Bradner war Ehrenmitglied der American Physical Society, gehörte der Phi Beta Kappa und Sigma Xi Gesellschaft an und war Mitglied der Amerikanischen geophysikalischen Vereinigung und des Seismologischen Gesellschaft von Amerika. Ebenfalls war er in vielen lokalen Organisationen und Vereinen, wie des La Jolla Symphonie Orchesters und der Amerikanischen Surfing Vereinigung.

Bradner genoss sein Leben in vollen Zügen. Er war sehr naturverbunden und wanderte im Sierra Nevada Gebirge, schwamm in den rauen Gewässern von La Jolla und reiste durch die ganze Welt um die Wunder der Ozeane zu genießen. Von ihm geleitete wissenschaftliche Untersuchungen waren immer mit viel Spaß verbunden. Er war ein großartiger Lehrer, der immer viel Freude daran hatte Studenten, Familien und Freunde etwas neues zu vermitteln. Er war ein Maler, eine Fotograf ein Juwelier und ein Schöpfer von neuen intellektuellen und artistischen Visionen.





Anni Reisewitz, Oceans and Atmosphere research Scripps Institution of Oceanography, 2008













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