Tauchunfall im Steinbruch Sparmann in Sachsen

Kamenz

Neue Erkenntnisse über den Tauchunfall im Sparmann Steinbruch



Rettungshubschrauber am Sparmann SteinbruchRettungseinsatz am Sparmann Steinbruch
foto: Jost Krause
Kamenz/Sachsen (10.08.2007) - Am vergangenen Sonntag ereignete sich am frühen Nachmittag im gefluteten Sparmann Steinbruch ein tragischer Tauchunfall. Ein 43-jähriger tschechischer Bürger wurde mit schweren inneren Verletzungen ins nahegelegene Krankenhaus gebracht, wo er kurze Zeit später verstarb.

Der Tauchunfall ereignete sich im Sparmann Steinbruch, einem gefluteten Tagebau. Der gut gepflegte Tauchplatz wurde vor einigen Jahren durch Jost Krause erworben. In den letzten Jahren entstand auf dem Gelände um den Tauchsee eine familiär geführte Tauchbasis mit angeschlossener Füllstation. Auf Grund der Nähe zu vielen weiteren bekannten Tauchplätzen, wie den nur drei Minuten entfernten Teufelsbruch oder den Miltitzer See ist die Tauchbasis von Jost Krause ein idealer Ausgangspunkt für Tauchausflüge.


Aber auch der Sparmann Steinbruch hat viel zu bieten. Der Abbau des Granits hinterließ unter Wasser viele treppenartige Plateaus, die von 20 Meter bis hinab zum tiefsten Punkt auf ungefähr 70 Metern reichen.

Der Steinbruch liegt 85 Kilometer von der polnischen Grenze und 75 Kilometer von der tschechischen Grenze entfernt. Auf Grund dieser Lage sind am See oft Tauchgruppen aus der Tschechischen Republik anzutreffen.






Historisches Bild des SteinbruchesHistorisches Bild des Steinbruches
So auch letzten Sonntag, den 05.08.2007, als sich am frühen Nachmittag eine Gruppe von sieben tschechischen Tauchern auf den Weg ins Wasser gemacht hatte. Vom Einstieg, einer Stahltreppe, aus plante die Tauchgruppe einen ungefähr 40 Minuten dauernden Tauchgang mit einer maximalen Tiefe von 30 Metern.

Zur gleichen Zeit befanden sich in der Nähe einige Personen, welche die Tauchgruppe bei Ihren Vorbereitungen beobachtete. Ein Augenzeuge berichtete. „Wir standen am Ufer und unterhielten uns über den Tauchplatz, als die Gruppe ins Wasser ging. Zu dem Gespräch gesellte sich der Besitzer Jost Krause. Einige Minuten später sahen wir plötzlich einen Taucher auftauchen, welcher sogleich wieder versank.“

„Als wir keine Luftblasen aufsteigen sahen, sprang Hr. Krause sofort in das am Anleger angebundene Boot und markierte die Stelle wo der Taucher sich gezeigt hatte mit einer Boje.“ Berichtete der Augenzeuge. Gleichzeitig wurden die Rettungskräfte alarmiert.

„Zum Glück war ein weiterer Taucher in der Nähe, der gerade seinen Tauchgang beginnen wollte. Er schwamm zur Boje und tauchte ab. Kurze Zeit später erschien er wieder mit dem leblosen Körper des Tschechen an der Wasseroberfläche“. Der Verunglückte wurde in einer Tiefe von ca. 21 Metern gefunden.

An Land wurden sofortige Rettungsmaßnahem eingeleitet. Dem Verunglückten wurde reiner Sauerstoff verabreicht und es wurde mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung begonnen. Während der Reanimation trat Blut aus der Mundöffnung aus.

„Kurze Zeit später traf der Rettungswagen und auch ein Rettungshubschrauber ein“. Sagte der Augenzeuge. „Der Besitzer hat vor einigen Wochen auf der Landzunge das Gestrüpp beseitig, so dass dort der Hubschrauber nicht weit vom Verletzen entfernt landen konnte“.

Der Verunglückte 43-jährige Tscheche wurde ins nahegelegene Klinikum geflogen, wo er kurze Zeit später verstarb. Er hinterlässt eine Ehefrau und ein Kind.

Die Polizei beschlagnahmte den Trockentauchanzug und die übrige Tauchausrüstung des Verunglückten und ordnete eine Obduktion des Toten an. Da der Taucher kurz vor seinem Unfall von der Gruppe getrennt wurde sind keine näheren Informationen bekannt, die zur Aufklärung des Tauchunfalles beitragen.

Luftaufnahme des Sparmann SteinbruchesLuftaufnahme des Steinbruches
foto: Jost Krause
Der tschechische Bürger spuckte während der Reanimation Blut. Dies legt die Vermutung nahe, dass es sich um einen Lungenriss handelte. Diese Vermutung wurde heute mit dem Ergebnis der Obduktion bestätigt. Bei dem Toten wurde ein Barotrauma in der Lunge diagnostiziert. Die Ursache dieses Lungenrisses könnte ein Stimmritzenkrampf sein. Dringt Wasser in den Rachenraum und zu den Stimmritzen, so verkrampft sich dieser Muskel und verhindert dass Luft aus der Lunge austreten kann. Beim Auftauchen dehnt sich die in der Lunge eingeschlossene Luft aus.

Vor allem auf den letzten 10 Metern bis zur Wasseroberfläche ist dies besonders gefährlich. Auf dieser Strecke verdoppelt sich das Volumen, der in der Lunge gefangene Luft. Das Lungengewebe kann dieser Verdoppelung nicht standhalten und zerreißt. Über die verletzten Stellen gelangt die Luft direkt und ungelöst in die Blutbahn. Dies führt zu einer arteriellen Gasembolie.

Spezialisten der Polizei untersuchen weiterhin die Ausrüstung des Tauchers um die Ursache seines Auftauchen zu ergründen. Eine Spekulation besagt, dass der Taucher Probleme mit seinem Trockentauchanzug bekommen hatte und die Kontrolle über seine Tarierung verlor.
















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