Schwere Vorwürfe nach Gruppenunfall

Unfall einer Gruppe von Tauchern auf den Malediven

Schwere Vorwürfe eines Beteiligten nach Gruppenunfall auf den Malediven


Lufaufnahe von Male (foto: wikipedia)Luftaufnahe von Male (foto: wikipedia)
von Judith Evans in Malé

Malé, Malediven (29.05.2008) - Letzte Woche verstarb auf den Malediven der 36 jähriger russischer Tourist Roman Kudarov. Weitere neun Taucher wurden bei dem Gruppenunfall verletzt. Einer der beteiligten Taucher macht nun einen kompletten Zusammenbruch der Rettungs- und Sicherheitsprozeduren für den tragischen Unfall verantwortlich. Er zählt sowohl die Luftverschmutzung in den Sauerstoffflaschen als anscheinenden Grund für den Tauchunfall, wie auch das Fehlen der Ersten-Hilfe-Kenntnisse der Besatzung des Tauchbootes auf. Zusätzlich soll eine, für Rettungsmaßnahmen vorhandene aber defekte Sauerstoffflasche ausschlaggebend gewesen sein.


Nachdem anfänglich von einem Toten und zehn Verletzten ausgegangen wurden, wurde die Zahl der Verletzten auf neun reduziert. Der Taucher, der den miserablen Sicherheitsstandarts auf dem Tauchboot anprangerte, ist selber ein erfahrener Tauchlehrer. Er fordert eine Generalüberholung der Sicherheitsrichtlinien auf den Malediven, damit solch ein Tauchunfall nicht erneut passiert.



Die Sprecher der Polizei, des maledivischen Tourismusministeriums wie auch der Besitzer des Baani Adventure Safari Bootes, auf dem der Tauchunfall passierte gaben gegenüber unserer Reporterin keine weiteren Auskünfte und verwiesen auf die laufenden Ermittlungen der Polizei.

Der Unfall passierte am Morgen des 22. Mai's als Touristen vom Baani Adventurer Tauchschiff am Raydhigaa Thila tauchten. Unter den Tauchern befanden sich Deutsche, Dänen, Russen und Taucher aus Neuseeland. "Es hätte auch sechs oder sieben Tote geben können," sagte der Tauchlehrer, dessen Name nicht genannt werden will. Er selbst war maßgeblich bei den Wiederbelebungsversuchen des russischen Tauchers Roman Kudarov beteiligt.

Der Tauchlehrer ist der Meinung, dass der Unfall durch ein schon lange bestehendes Problem mit der Luftbefüllung der Tauchflaschen verursacht wurde. Dadurch wurde die Druckluft mit Kohlenmonoxid verschmutzt, was einer fahrlässigen Gefährdung der Taucher geführt hat.

Nachdem der Tauchunfall, der mittlerer Weile von der Polizei untersucht wird passiert war, wurde schnell klar, dass keiner aus der Bootsbesatzung für solche einen Notfall ausgebildet war. Auch die einzige Flasche mit reinem Sauerstoff auf dem Tauch-Dhoni konnte "nicht benutzt" werden.

Der Unfall

Einige der Touristen und auch der Tauchführer der Gruppe hatten in den Tagen zuvor mit Kopfweh zu kämpfen. Daraufhin ordnete der Tauchführer am 21. Mai an, dass der Filter des Kompressors getauscht werden muss, jedoch schien dieser Tausch das Problem zu verstärken. Während des Tauchganges vom 22.05 fühlte sich der Tauchpartner des Tauchlehrers nicht wohl und beide brauchen den Tauchgang ab. An der Wasseroberfläche angekommen, fanden die beiden Taucher die meisten der anderen Taucher teilweise bewusstlos an der Oberflächen treibend. Der Tauchlehrer berichtete, dass einige der Taucher nicht mehr ansprechbar waren. Die beiden Tauchführer waren angeblich nicht in der Lage die Situation zu meistern. Vor allem das mangelnde Wissen über Rettungsmaßnahmen bei Kohlenmonoxid Vergiftungen wird ihnen vorgeworfen.

Ein Sprecher der Touring Maledives Gesellschaft berichtete, dass die für solche Situationen ausgebildet wurde. Seines Wissens hat die Crew in Panik gehandelt und nicht die richtigen Schritte für die Rettung des Tauchers unternommen. Bei diesem Ereignis mussten die vier nicht betroffenen Taucher alleine den Verwundeten und Hr. Kudarov medizinisch versorgen. An Bord des Safarischiffes stand laut dem Tauchlehrer eine weitere Flasche mit reinem Sauerstoff für Notfälle bereit. Im Gegensatz zu der Flasche auf dem Tauch-Dhoni funktionierte diese Sauerstoffflasche. Jedoch war für dies Anzahl von Verletzten nicht genügend Sauerstoff vorhanden.

Ein weiterer fataler Fehler war, dass die Crew des Safaribootes versuchte den vier bis fünf stündigen Rückweg nach Malé zu versuchen. Erst eine Stunde später wurde ein Arzt einer nahegelegenen Hotelinsel gerufen. "Zu keiner Zeit wurden die Gäste des Safaribootes darüber unterrichtet, dass sich auf dem Rangali Resort ein Arzt gleich in der Nähe befand. Da ich von einer mehrstündigen Rückfahrt nach Malé ausging, beeinflusste mich dies bei der Entscheidung mit den Wiederbelebungsmaßnahmen aufzuhören." sagte der Tauchlehrer.

Das Rangali Personal erreichte das Tauchschiff ungefähr eine Stunde nach dem der Tauchunfall passiert war und leistete sofort medizinische Hilfe und organisierte den Transport der Verletzten. Leider war Roman Kudarov zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben.

Die Verschmutzung

Wie bereits berichtet scheint es, dass der Unfall durch die Verschmutzung der Druckluft in den Tauchflaschen verursacht wurde. Dieser Verschmutzung wurde durch einen der beiden Kompressoren des Safaribootes verursacht. Da die Untersuchungen der Polizei anhalten kann dies jedoch noch nicht als offizieller Grund angegeben werden.

Bereit im Februar schrieben Reisende, die mit dem Schwesterschiff, der Baani Explorer im Januar dieses Jahres unterwegs waren in einem Forum für Taucher "Es gab Wartungsprobleme mit dem Kompressor auf dem Dhoni welche die Rückfahrt ... nach Malé für Reparaturen erzwangen". Weiter heißt es in diesem Bericht. "Von sechzehn Touristen auf dem Schiff litten neun Taucher an Übelkeit, Durchfall, Kopfweh und einen verstimmten Magen... Das Dhoni mit den Kompressoren wurden mit Safarischiff, der Baani vertäut, welche die Abgase ihres eigenen Generators verbreitete... eine extrem gefährliche Konfiguration Karbonmonoxid in die Tauchflaschen zu pressen... Auf dem Heck des Schiffes konnte man die Abgase sehen und richten."

Zwischenzeitlich hat sich ein Maledivischer Tauchlehrer mit über zehn Jahren Erfahrung zu Wort gemeldet. Laut seinen Angaben benutzt "niemand" auf den Malediven die vorgeschriebenen Kohlenmonoxid-Filter. Meist werden billigere Filter verwendet, die die Abgase der Generatoren nicht filtern könne verwendet.


Rettung und Sicherheit

Richtlinien für die Sicherheit der Taucher auf den Malediven wurden im Jahre 2003 eingeführt. Zusätzlich kann von der Regierung eine Gebühr von 1 Million Rufiyaa (50540 EUR) für jeden Verstoß gegen die Richtlinien erheben. Die Lizenzen für touristische Unternehmungen werden immer nur für fünf Jahre vergeben und können auch ausgesetzt werden. Bei der Erneuerung dieser Lizenz wird eine Inspektion der Tourismusbehörde durchgeführt. "Unser Ministerium versucht die einzelnen Ressorts und die Safariboote so ausgeglichen wie möglich jedes Jahr zu untersuchen". sagt Minister Mohamed Waheed.

Da bisher passierten sehr wenig Tauchunfälle auf den Malediven. Es gibt kein allgemeingültiges Gesetz, dass die Sicherheit beim Tauchen beschreibt. Auch existiert kein Zwang zu einem Tauch-Zertifizierungsstandart. Bisher können die einzelnen Ressorts auswählen welcher Tauchorganisation sie angehören.

Insider der Tauchindustrie sagen, dass die Inspektionen nur sehr selten durchgeführt werden. "Es wird dem Wohlwollen der einzelnen Tauchressort überlassen", sagte der Insider. "Ich bin der Meinung, dass ein, von der Regierung beschlossener Sicherheitsstandart eingeführt werden muss."

Von den am Tauchunfall beteiligten Tauchern war zu erfahren, dass sie hoffen, dass die polizeilichen Ermittlungen nicht nur zu einer genauen Untersuchung des Todesfalles führen, sondern auch zu einem Überdenken der Sicherheitsrichtlinien.

"Last uns hoffen, dass sich die Umstände zu einem bessern bewegen, so wird der Tod von Roman nicht vergeblich sein." sagte der beteiligte Tauchlehrer.

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