Baani Adventurer

Opfer des Massentauchunfalls beklagen Schweigen der Regierung

Baani Adventurer - Opfer des Massentauchunfalls beklagen Schweigen der Regierung


21 jähriger Verantwortlicher für das Füllen der Tauchflaschen21 jähriger Verantwortlicher für das Füllen der Tauchflaschen
Von Judith Evans

Male, Malediven (08.06.2008) - Die Opfer des Massentauchunfalls vom 28. Mai, bei welchem ein Mensch getötet und neun weitere teilweise schwer verletzt wurden, haben bisher noch keine Aussagen über das weitere Vorgehen von Seiten der Regierung erhalten. Bisher wurde nur eine Pressekonferenz der Polizei abgehalten. Nun hat sich auch ein weiteres Opfer aus Deutschland zu Wort gemeldet.


Der Deutsche Raymund Kober ist der Meinung, dass das Schweigen der maledivischen Behörden „die Gesundheit der Taucher“ gefährdet, denn die ermittelten Gründe, die zum Tauchunfall geführt hätten wären noch nicht offiziell verlautbart worden.



In der Zwischenzeit wurde von der Polizei ein 21 jähriger Mann wegen fahrlässiger Tötung verhaftet. Er war für das Füllen der Druckflaschen verantwortlich. Trotz dieser Verhaftung halten die betroffenen Touristen die Touring Maledives in der Verantwortung. Zugleich wird eine Überarbeitung der gesetzlichen Richtlinien für die Tauchindustrie von den Tauchern gefordert.

Kohlenmonoxid.

Bei dem Tauchunfall war eine zu hohe Kohlenmonoxidkonzentration in den Tauchflaschen. Die Gesundheit von zehn Tauchern war betroffen. Für den Russen Roman Rudakov (41) war diese Vergiftung leider tödlich.

Auf einer letzten Donnerstag durchgeführten Pressekonferenz bestätigte ein Polizeisprecher gegenüber den Vertretern der Presse, dass es sich um eine Kohlenmonoxidvergiftung gehandelt hat. Nach den Test, die an den Tauchflaschen vorgenommen wurde, wurde eine Konzentration von 80ppm gemessen. Unter ppm versteht man Teile pro Million. Der Grenzwert für Kohlendioxid liegt bei 15ppm.

Die Luft in der Pressluftflasche von Rudakov wies eine Konzentration von 150ppm Kohlenmonoxid auf. Dies ist der maximale Wert, den der Messapparat anzeigen kann. Der wahre Wert wird noch höher vermutet.

In der Zwischenzeit haben die überlebenden Taucher in einem Schreiben, das an die Regierungsstellen und an die Polizei gerichtet war, mehr Informationen über die Ermittlungen gefordert. Dieses Schreiben blieb von den Behörden unbeantwortet. Von den Touristen wurde berichtet. „Wir wurden von den Belastungen der Pressluft nicht unterrichtet und habe diese Werte erst während eines Gespräches mit der Reporterin der Minivan News erfahren.“

„Das ist nicht gut für den Tourismus auf den Malediven.“ Sagte Kober. „Wir alle wissen dass das zurückhalten von Informationen den Tourismus mehr schädigt, als ein offener Umgang mit den Ereignissen.“ Der Touristmus Minister Mahmoud Shaugee ist trotz all dieser Aussagen immer noch nicht bereit zu den Untersuchungen Stellung zu nehmen.

Die Gesundheit

Nach über einer Woche haben die neun überlebenden Taucher immer noch Probleme mit Ihrer Gesundheit. Viele befinden sich immer noch in medizinischer Betreuung bei Spezialisten für Vergiftungen in Ihren jeweiligen Heimatländern. Einige der Taucher wurden einer Dekompressionsbehandlung unterzogen.

Vor allem ist es für die überlebenden Taucher wichtig herauszufinden was passiert ist. „Wir haben die maledivischen Ermittler in unserem Anschreiben vom 30. Mai freundlich gebeten uns genauere Informationen zu dem analysierten Gas in den Pressluftflaschen zu geben.“ Sagte Raymund Kober. „Wir brauchten diese Information um die richtigen Therapien einleiten zu können. Wenn es sich um eine CO Vergiftung handelte, so mussten wir sicherstellen, dass die Langzeitschäden so gering wie möglich wären.“ Berichtete Kober. Leider haben die Betroffenen keinerlei Unterstützung und Informationen von den Regierungsstellen und der Polizei erhalten.

Der Tauchveranstalter

Die Taucher waren mit dem Tauchsafariboot Baani Adventurer des Veranstalters Touring Maledives unterwegs. Laut Aussage der Taucher hat ein Sprecher des Veranstalters den Verunglückten eine Vergütung versprochen, jedoch hat sich der Tauchveranstalter seitdem nicht mehr gemeldet. Auch hat die Zeitschrift Minivan News keine weiteren Aussagen vom Tauchveranstalter bekommen.

In der Zwischenzeit wurde ein 21 jähriger Mann wegen fahrlässiger Tötung von der Polizei verhaftet. Der 21 jährige war für das befüllen der Tauchflaschen zuständig. Ein betroffener Taucher, dessen Name nicht genannt werden will sagte, „es ist die Schuld des Veranstalters... Das ist eine kriminelle Handlung. So einfach stellt sich der Tauchunfall für mich dar.“ Auch der Raymund Kober stimmt dieser Aussage zu und zieht nun gerichtliche Schritte in betracht.

Die Ausrüstung

Die Polizei zeiget während der Pressekonferenz den Luftansaugschlauch des Bauer Kompressors, welcher die vergiftete Luft in die Falschen füllte. Laut Aussage der Polizei befindet sich ein Loch im Ansaugschlauch, welches dürftig mit Klebeband geflickt wurde. Über dieses Loch ist das Kohlenmonoxid ungefiltert in die Tauchflaschen gepumpt worden. Wahrscheinlich handelte es sich um die Abgase des Dhoni Motors.

„Es ist eine Schande, das ein 21 jähriger Junge ins Gefängnis musste, weil der Veranstalter die Empfehlungen des Kompressorherstellers Bauer nicht befolgte,“ sagte Kober.

Wird etwas unter den Teppich gekehrt?

Einige der Verletzten Taucher haben die Befürchtung, dass der Unfall unter den Teppich gekehrt werden soll. Neben der falschen Verwendung der Ausrüstung prangern die Taucher die minimale Ausbildung der Bootsmannschaft. Vor allem nachdem die Verletzen an Boot gebracht wurden, hat die Mannschaft keine erkennbaren Rettungsmaßnahmen unternommen. Selbst die Wiederbelebungsversuche von Rudakov mussten von den selbst verletzten Tauchern durchgeführt werden.

Am 04 Juni wurde ein Sicherheitsseminar vom Tourismus Ministerium organisiert. Angestellte von den Feriendomizilen und einige Tauchlehrer nahmen an diesem Seminar teil. Zugleich teilte das Ministerium mit, die Ausrüstung aller Safariboote innerhalb der kommenden drei Monate zu überprüfen.

Langfristig wird von jedem Bootkapitän ein Erster Hilfe Zertifikat verlangt werden, war von einem Sprecher des Tourismus Ministers Abdullah Mausoom zu erfahren. Bereist jetzt berichten einige Taucher, dass sich die Sicherheitsrichtlinien an den Tauchbasen gestrafft haben. Vom Tourismusministerium war weiterhin zu erfahren, das die größte Herausforderung nicht die neuen Regelungen sein werden, sondern die Sicherstellung, dass die neuen Regulierungen auch eingehalten werden. Dennoch ist das Ministerium der Meinung, dass die Malediven bereits heute starke Sicherheitsrichtlinien hat.


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