Seeohr

Abalone

Seeohr / Abalone

foto: Wikipedia




Art:Vorderkiemenschnecke
Nahrung:Algen
Lebensraum:Korallengrund Fels
Tiefe:1m - 15m
Größe:2 - 20cm
Aktivität:Nacht
Seeohren (lat. Haliotis tuberculata) sind Meerwasserschnecken. Sie gehören zu der Familie der Haliotidae und kommen außer im Westatlantik in allen warmen Meeren vor. Ihr deutscher Name leitet sich von der Form des Schneckenhauses ab. Dieses recht flache und der menschlichen Ohrmuschel nicht unähnliche Gehäuse ist extrem hart. Die Innenseite des Schneckenhauses ist aus Perlmutt, was es besonders bei Muschelsammlern zu einer begehrten Trophäe macht. Wegen der Flachen Form des Schneckenhauses wird das Gehäuse oft mit einer Muschel verwechselt.

Seeohren sind eine Unterart der Vorderkiemenschnecken und werden als Altschnecken bzw. Urschnecken bezeichnet. Sie weisen eine Reihe von urtümlichen Merkmalen auf und besitzen doppelte Herzvorhöfe, doppelte Kiemen und doppelte Ausscheidungsorgane. Seeohren werden je nach Art zwischen 20 mm und 200mm groß. Die Tiere sind nachtaktiv.

Seeohren ernähren sich von mikroskopischen Algen, bevorzugt werden Rotalgen. Auch Blattalgen werden von der Schnecke gefressen. Im Larvenstadium ernährt sich das Seeohr von Plankton. Die Nahrungsaufnahme wird durch die Wimpern, die sich rund um dem Körper befinden unterstützt. Das Nahrungsreiche Wasser wird mit Hilfe der Wimpern zur Mundöffnung transportiert.

Im englischen Sprachraum werden die Seeohren Abalone genannt. Sie leben in Küstennähe in einer Tiefe bis zu 15 Metern. Mit ihrem Fußmuskel haften sich die Seeohren an Felsen an. Charakteristisch für die Seeohren sind die Öffnungen auf der Oberseite des Gehäuses. Durch diese Öffnungen kann Meerwasser, welches in das Innere gestrudelt ist wieder entweichen.

Das Gehäuse ist aus mikroskopisch kleinen Calcium-Ziegeln zusammengesetzt. Wie beim Mauerbau liegen die Ziegel in einem Verbund übereinander. Die Zwischenräume werden durch ein Protein ausgefüllt. Dieses wirkt als Kleber zwischen den Calcium-Ziegeln. Bei einem Schlag auf das Gehäuse werden die Ziegel in der Struktur verschoben. Das Protein wird dabei gedehnt, was die Energie des Schlages absorbiert.

Die Gehäuse des Seeohres gelten als Sammel- und Schmuckstück. Bei der Verarbeitung müssen Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Der Staub, der beim Bohren in die Schale entsteht ist sehr gefährlich und sollte nicht eingeatmet werden. Der Staub besteht aus sehr feinen Calcium Carbonit Teilchen, welche die Atemwege verstopfen. Dies kann zu Bronchitis führen. Beim Bearbeiten der Schale sollte Wasser zum Binden des Staubes und ein Mundschutz verwendet werden.

Der Handel mit Seeohren ist illegal. Dennoch gelten Seeohren (Abalonen) besonders in Ostasien als begehrte Delikatesse und werden als Aphrodisiakum angesehen. Ein Kilo bringt auf dem Schwarzmarkt ca. 180 Euro. Die Seeohren gehören daher heutzutage zu den gefährdeten Arten. Wie ein Korrespondent der Tagesschau im Januar 2007 berichtete macht die Polizei in Südafrika verstärkt Jagt auf Abalonen-Wilderer.

Die Strafen sind von Land zu Land unterschiedlich. In Californien ist das Ernten von Seeohren nur mit Genehmigung und mit Einhaltung von strengen Regeln erlaubt. So dürfen nur Seeohren mit einer bestimmten Größe geerntet werden. Auch ist das Limit auf 3 Seeohren pro Tag und Taucher und auf maximal 24 Seeohren pro Saison beschränkt. In Neuseeland dagegen wird die Erntegenehmigung durch ein altes Maori Gesetz geregelt. Auch hier existieren strikte Regeln für das Ernten von Seeohren.

Trotz der vielen Gesetze schätzten die Experten des Neuseeländischen Fischereiministerium die Erntemenge in den Jahren 2004 und 2005 auf ungefähr 1000 Tonnen. Man geht davon aus, das 75% der geernteten Seeohren kleiner als die minimale Größe war.
















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